Blockchain-Grundlagen

Blockchain und Krypto: Was ist der Unterschied?

Eine Blockchain ist die technische Infrastruktur. Eine Kryptowährung ist ein digitaler Vermögenswert, der auf dieser Infrastruktur existiert. Bei Bitcoin wird derselbe Name für Netzwerk, Protokoll und Währung verwendet – deshalb werden die Begriffe besonders häufig vermischt.

20. Juli 20267 Min. LesezeitJacob Damböck

Blockchain und Krypto gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe. Die Unterscheidung wird leicht, wenn man drei Ebenen betrachtet: Das Netzwerk stellt die gemeinsame Infrastruktur bereit, Coins dienen als native digitale Einheiten und Tokens bilden weitere Werte oder Funktionen auf dieser Infrastruktur ab.

Die kurze Antwort

Blockchain bezeichnet eine Technik, mit der viele Teilnehmer einen gemeinsamen, kryptografisch gesicherten Datenbestand führen können. Kryptowährungen sind digitale Werteinheiten, die in einem solchen Netzwerk erzeugt, gehalten und übertragen werden.

Bitcoin war die erste erfolgreiche Verbindung beider Ideen in großem Maßstab. Das Bitcoin-Netzwerk führt den gemeinsamen Bestand, prüft Transaktionen und legt die Regeln fest. Bitcoin beziehungsweise BTC ist die native Währung, die innerhalb dieses Systems übertragen wird.

Merksatz: Die Blockchain ist die Infrastruktur. Die Kryptowährung ist ein digitaler Wert, den diese Infrastruktur verwaltet.

Was ist eine Blockchain?

Eine Blockchain ist ein gemeinsam geführtes Register. Neue Transaktionen werden nach den Regeln des jeweiligen Netzwerks geprüft und in Datenblöcken dokumentiert. Diese Blöcke sind kryptografisch miteinander verbunden. Nachträgliche Änderungen würden dadurch sichtbar und müssten mit dem Konsens des Netzwerks vereinbar sein.

Der besondere Gedanke besteht darin, dass nicht eine einzelne zentrale Datenbank allein den maßgeblichen Stand vorgibt. Mehrere Nodes halten und überprüfen denselben Zustand. Je nach Netzwerk können diese Nodes öffentlich und weltweit verteilt oder auf ausgewählte Organisationen beschränkt sein.

Eine Blockchain kann deshalb als neutrale digitale Koordinationsebene dienen. Sie dokumentiert nicht nur Zahlungen, sondern kann auch Tokens, Smart Contracts, Identitäten, Nachweise und andere Geschäftsobjekte verwalten.

Was ist eine Kryptowährung?

Eine Kryptowährung ist eine digital verfügbare Werteinheit, deren Bestand und Übertragungen durch kryptografische Verfahren und die Regeln eines Netzwerks gesichert werden. Sie wird nicht als Datei verschickt. Stattdessen aktualisiert die Blockchain, welche Adresse über welchen Betrag verfügen kann.

Die dazugehörigen Schlüssel werden in einer Wallet verwaltet. Wer eine Transaktion ausführt, signiert sie mit seinem privaten Schlüssel. Das Netzwerk kann daraufhin mathematisch überprüfen, dass die Transaktion autorisiert wurde, ohne dass der private Schlüssel offengelegt werden muss.

Kryptowährungen können unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Sie können als digitales Geld, Recheneinheit, Netzwerkanreiz, Sicherheit für Anwendungen oder Zahlungsmittel für Transaktionsgebühren dienen.

Warum „Bitcoin“ zwei Dinge bezeichnet

Bei Bitcoin wird derselbe Begriff für das gesamte System und für die darin verwendete Währung gebraucht. Aus dem Zusammenhang ergibt sich meist, welche Bedeutung gemeint ist.

  • Bitcoin-Netzwerk: die weltweit verbundenen Nodes, die Transaktionen weiterleiten und prüfen.
  • Bitcoin-Protokoll: die technischen Regeln, nach denen das Netzwerk funktioniert.
  • Bitcoin-Blockchain: die gemeinsame, chronologische Transaktionshistorie.
  • Bitcoin als Währung: die native digitale Werteinheit des Netzwerks.
  • BTC: das international gebräuchliche Kürzel für die Währung beziehungsweise den Vermögenswert.

Wenn jemand sagt „Ich sende Bitcoin“, ist die Währung gemeint. Bei „Bitcoin verarbeitet die Transaktion“ geht es eher um das Netzwerk. Und wenn ein Preis als „1 BTC“ angegeben wird, bezeichnet BTC die Einheit.

Ethereum und Ether machen den Unterschied sichtbarer

Beim Ethereum-System sind die Namen klarer getrennt. Ethereum bezeichnet das Netzwerk und die Plattform für Smart Contracts. Ether ist die native Kryptowährung dieses Netzwerks, abgekürzt ETH.

Ether wird unter anderem verwendet, um Transaktions- und Ausführungsgebühren zu bezahlen und das Netzwerk über seinen Konsensmechanismus abzusichern. Auf Ethereum können gleichzeitig viele weitere Tokens und Anwendungen existieren. ETH ist somit nicht mit jedem Vermögenswert gleichzusetzen, der auf Ethereum übertragen wird.

Der Vergleich zeigt das Grundmodell gut: Eine Blockchain kann eine eigene Kryptowährung besitzen und zusätzlich eine Plattform für zahlreiche andere digitale Assets sein.

Coin und Token sind ebenfalls nicht dasselbe

Ein Coin ist üblicherweise die native Werteinheit einer eigenen Blockchain. Bitcoin gehört zum Bitcoin-Netzwerk, Ether zu Ethereum.

Ein Token wird dagegen über Smart Contracts oder vergleichbare Funktionen auf einer bereits vorhandenen Blockchain ausgegeben. Auf Ethereum, Solana und anderen Netzwerken können viele verschiedene Tokens parallel existieren. Sie nutzen die jeweilige Blockchain als technische Basis.

Tokens können ganz unterschiedliche Dinge repräsentieren: Stablecoins, Wertpapiere, Nutzungsrechte, Stimmrechte, digitale Sammlerstücke oder Anteile an realen Vermögenswerten. Der Artikel Tokenisierung einfach erklärt zeigt, wie aus solchen Rechten digitale Tokens werden.

Gibt es Blockchain ohne handelbare Kryptowährung?

Ja. Nicht jedes Blockchain-System benötigt eine öffentlich handelbare Kryptowährung. In Unternehmensnetzwerken können ausgewählte Organisationen Nodes betreiben und Transaktionen nach gemeinsam vereinbarten Regeln bestätigen. Der Zugang ist dann kontrolliert, und ein frei gehandelter Coin ist für die Koordination nicht zwingend notwendig.

Solche permissioned oder zugangsbeschränkten Netzwerke werden beispielsweise eingesetzt, wenn Banken, Unternehmen oder öffentliche Stellen gemeinsame Prozesse abbilden möchten. Technisch verwenden sie weiterhin zentrale Blockchain-Prinzipien: kryptografische Signaturen, einen geteilten Status und nachvollziehbare Transaktionen.

Öffentliche Blockchains nutzen native Coins dagegen häufig als wirtschaftlichen Bestandteil ihres Betriebs. Sie vergüten Netzwerkteilnehmer, schützen den Konsensmechanismus und machen offene Teilnahme möglich.

Blockchain kann weit mehr als Kryptowährungen übertragen

Kryptowährungen waren die erste weithin sichtbare Anwendung. Die technische Möglichkeit eines gemeinsamen, programmierbaren Registers eröffnet aber viele weitere Felder:

  • Tokenisierte Finanzwerte: Aktien, Anleihen und Sicherheiten können in digitalen Märkten verwendet werden.
  • Digitale Identitäten: Personen und Organisationen können überprüfbare Nachweise verwenden.
  • Herkunfts- und Produktnachweise: Statusinformationen lassen sich über Lieferketten hinweg nachvollziehen.
  • Smart Contracts: Vereinbarte Abläufe können automatisch ausgeführt werden.
  • Gemeinsame Register: Mehrere Organisationen können auf einen synchronisierten Datenstand zugreifen.
  • Digitale Rechte: Lizenzen, Mitgliedschaften oder Nutzungsrechte werden übertragbar und programmierbar.

Die Verbindung der verschiedenen Bausteine ist besonders interessant. Ein digitaler Vermögenswert kann mit einem Identitätsnachweis, einer Zahlung und einer automatisierten Vertragslogik in einer Transaktion zusammenarbeiten.

Wie Blockchain, Coins und Tokens zusammenspielen

Die Blockchain führt den gemeinsamen Zustand. Die native Kryptowährung unterstützt den Betrieb und die wirtschaftlichen Funktionen des Netzwerks. Smart Contracts stellen zusätzliche Anwendungen bereit. Tokens bilden darin weitere Werte und Rechte ab. Wallets geben Menschen und Organisationen einen Zugang zu all diesen Ebenen.

Bei einer Zahlung mit BTC steht die Kryptowährung im Mittelpunkt. Bei einer tokenisierten Anleihe nutzt der Finanzwert eine Blockchain als Abwicklungsinfrastruktur. Bei einem digitalen Zertifikat geht es primär um die überprüfbare Aussage. Dieselbe Grundtechnologie kann somit sehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

Warum die Unterscheidung wichtig ist

Wer Blockchain automatisch mit Kryptowährungen gleichsetzt, sieht nur einen Ausschnitt der Technologie. Umgekehrt sind Kryptowährungen ohne ihre technische und wirtschaftliche Infrastruktur kaum verständlich.

Die saubere Trennung hilft, konkrete Möglichkeiten zu erkennen: Geht es um digitales Geld, einen tokenisierten Vermögenswert, einen organisationsübergreifenden Prozess oder einen überprüfbaren Nachweis? Erst diese Frage zeigt, welche Blockchain-Funktion tatsächlich gebraucht wird.

Kurzfassung

  • Blockchain ist die Infrastruktur, Kryptowährung eine darauf verwaltete digitale Werteinheit.
  • Bitcoin bezeichnet Netzwerk, Protokoll und Währung; BTC ist das Kürzel der Währung.
  • Ein Coin gehört nativ zu einer Blockchain, während Tokens auf einer bestehenden Blockchain ausgegeben werden.
  • Blockchain ermöglicht neben Krypto auch Tokenisierung, digitale Identitäten, Smart Contracts und gemeinsame Register.

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